Breadcrumb-Navigation

Invasive Ameisen

Mit dem Pflanzenhandel oder auch als blinde Passagiere im Reisegepäck gelangen Ameisenarten in die Schweiz. Hier sind die Arten invasiv und richten, je nach Art, eine Vielzahl von Schäden an. Ameisen, die hauptsächlich im Freien vorkommen, können Pflanzen schädigen. Einige tropische Arten kommen nur im Innenraum vor. Dort verursachen sie Schäden an elektrischen Geräten oder stellen eine Gefahr für die Hygiene dar.

Invasive Tapinoma magnum Ameisen auf einer Betonoberfläche.
Arbeiterinnen der invasiven Ameisenart Tapinoma magnum.
© Stadt Zürich, Fachstelle Schädlingsprävention

Biologie invasiver Ameisenarten

Es gibt bereits einige invasive Ameisenarten in der Schweiz. Sie alle haben gemeinsam, dass sie sehr klein sind und ein grosses Nahrungsspektrum haben. Sie betreiben keinen Hochzeitsflug, sondern die Begattung findet im Nest statt. Ein Volk besteht in der Regel aus vielen Königinnen während die meisten einheimischen Arten nur 1 Königin pro Volk haben. Durch die vielen Königinnen kann es zur Bildung von Superkolonien kommen, die grosse Flächen befallen können. Invasive Ameisen lassen sich nur schwer von ihren einheimischen Verwandten unterscheiden. Die Bestimmung und Bekämpfung von einem Befall mit invasiven Ameisen gehört daher ausschliesslich in die Hände von Expertinnen und Experten. 

Tapinoma magnum

Die grosse Drüsenameise Tapinoma magnum ist eine Art des Tapinoma nigerrimum - Komplexes. Dieser besteht aus 5 Arten, die äusserlich nicht zu unterscheiden sind und auch die gleichen Schäden anrichten. Ursprünglich kommt die 2-4 mm grosse Ameise aus dem Mittelmeerraum. Sie wurde mit dem Pflanzenhandel in die Schweiz eingeschleppt. Die Ameise siedelt sich gerne in der Nähe von Häusern an und sucht dort Futter und Nistplätze. Sie vermehrt sich schnell und bildet grosse Kolonien. 
 
In der Landwirtschaft kann Tapinoma magnum Schäden an Nutzpflanzen verursachen. Sie ernährt sich von Samen, Früchten und Sämlingen und greift die Wurzeln von Pflanzen an. Die Art ist aggressiv und beisst Menschen und Tiere. Ihr Biss kann allergische Reaktionen auslösen oder Infektionen verursachen. 

Vernachlässigte Wegameise (Lasius neglectus)

Die vernachlässigte Ameise, Lasius neglectus, ist eine eingeschleppte Ameisenart, die ebenfalls sehr grosse Kolonien ausbilden kann. Auch sie siedelt sich gerne in der Nähe von Gebäuden an. Mit maximal 3.5 mm Grösse kann sie über elektrische Leitungen in Häuser eindringen und Schäden und Kurzschlüsse verursachen. Ihre Hauptnahrung ist Honigtau, daher sieht man häufig Ameisenstrassen, die zu Bäumen und Pflanzen mit Blattläusen führen. Da die Völker sehr gross sind verdrängen Sie einheimische Ameisenarten. Sie dringen aber auch in elektrische Leitungen ein und können diese Schäden. 

Pharaoameise (Monomorium pharaonis)

Ebenfalls invasiv ist die Pharaoameise (Monomorium pharaonis). Diese Art wird oft unwissentlich von Reisen in die Tropen mitgebracht. Sie vermehren sich nur innerhalb von Gebäuden. Weil sie sehr klein sind, entdecken die Betroffenen einen Befall oft erst spät. Da sie nur 2 mm gross sind können sie entlang von Leitungen mehrere Gebäude in einer Strasse befallen. 

Was Sie tun können

  • Suchen Sie neu gekaufte Topf- und Gartenpflanzen auf Ameisen ab.
  • Entsorgen Sie befallene Pflanzen mit Wurzelballen und Erde dicht verpackt via Kehrichtverwertungsanlage.
  • Eliminieren Sie wann immer möglich potenzielle Nahrungsquellen, beispielsweise zuckerhaltige Speisen, Obst, Speisereste oder Blattlausquellen, für Ameisen.
  • Informieren Sie Liegenschaftseigentümer oder Verwaltung über einen bestehenden Befall.
  • Bei einem Befall sind Eigentümer und Eigentümerinnen verantwortlich, eine Schädlingsbekämpfungsfirma zu beauftragen. Erhärtet sich der Verdacht einer invasiven Art, bitten Sie die Schädlingsbekämpfungsfirma den Befall per E-Mail an neobiota@bs.ch zu melden.

Für dieses Thema zuständig

Inhalt aktualisiert

Nicht was Sie suchen?