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Geodatenpublikation neu gedacht: einfacher, schneller und einheitlicher

News

Ab dem Geoportal-Release vom 5. Mai 2026 werden die im Rahmen des KDI-Projekts bereits migrierten Datensätze über QGIS Server publiziert. Damit geht die Geoinformation Basel-Stadt einen nächsten Schritt in der Modernisierung der kantonalen Geodateninfrastruktur. Ziel ist es, Geodatenprodukte so bereitzustellen, dass Daten, Metadaten und Darstellung konsistent zusammenspielen und für Nutzende einfacher verständlich, effizienter nutzbar und besser weiterverwendbar sind. Für datenpublizierende Stellen bedeutet das zwar punktuell Anpassungsaufwand – langfristig profitieren jedoch alle: durch klarere Strukturen, weniger Übersetzungsaufwand und besser nutzbare Geodatenprodukte.

🚀 Was ändert sich ab Mai 2026?

Künftig werden migrierte Datensätze direkt aus QGIS-Projekten publiziert. Die bisher nötige Übersetzung in eine andere Technologie entfällt. Stattdessen dienen die in QGIS definierten Daten und Darstellungen direkt als Grundlage für die in MapBS verwendeten WMS- und WFS-Dienste.

Das macht die Publikation:

  • einfacher, weil Daten, Darstellung und Metadaten enger zusammengeführt werden
  • schneller, weil ein zusätzlicher technischer Übersetzungsschritt wegfällt
  • flexibler, weil Anpassungen direkt in den Projekten vorgenommen werden können
  • steuerbarer, weil datenpublizierende Stellen mehr Einfluss auf ihre Publikation erhalten

🧩 Warum werden die Geodatenprodukte standardisiert?

Mit der neuen Infrastruktur werden Geodatenprodukte künftig nach einem einheitlichen Standard publiziert. Ein Geodatenprodukt umfasst dabei immer:

Ziel ist ein klares WYSIWYG-Prinzip:
What you see is what you get.

Das heisst: Was in der Karte dargestellt wird, soll fachlich nachvollziehbar, eindeutig beschrieben und in anderen Anwendungen gut weiterverwendbar sein.

Der konkrete Nutzen der Standardisierung

Die Anpassungen schaffen vor allem Mehrwert für die Nutzung und Weiterverarbeitung:

  • bessere Verständlichkeit, weil ein Layer künftig eine vollständige thematische Darstellung bietet
  • mehr Übersichtlichkeit, weil unnötige Layer-Vielfalt reduziert wird
  • bessere Auffindbarkeit und Nachvollziehbarkeit, weil Metadaten enger mit den Diensten verknüpft sind
  • einfachere Integration in Anwendungen, weil Strukturen konsistenter aufgebaut sind
  • höhere Wiederverwendbarkeit, weil Datenprodukte klarer und standardisierter bereitgestellt werden

Langfristig werden Geodaten damit nicht nur einfacher publizierbar, sondern auch attraktiver für interne und externe Nutzende.

🛠️ Welche Werkzeuge kommen künftig zum Einsatz?

Im Zentrum der neuen Publikationslogik stehen:

  • QGIS als zentrales Werkzeug für die Projekt- und Darstellungsdefinition (auch für spezifische Anpassungen beim Datendownload & Druck)
  • QGIS Server für die Bereitstellung der WMS- und WFS-Dienste
  • MapBS als zentrale Kartenanwendung für den Standardfall

Ein wichtiger Vorteil: QGIS ist kostenlos verfügbar. Dadurch wird die Arbeit mit den Projekten einfacher und praxisnäher.

✅ Welchen Nutzen bringt die Umstellung für datenpublizierende Stellen?

Auch wenn die Umstellung zunächst Anpassungen erfordert, bringt sie klare Vorteile:

  • Weniger Aufwand in der Publikation: Die bisherige Übersetzung (durch die Fachstelle für Geoinformation) in den UMN Mapserver entfällt. Dadurch wird der Publikationsprozess direkter und effizienter.
  • Mehr Qualität in den Diensten: Die Dienste werden standardisiert aufgebaut. Das verbessert ihre Lesbarkeit, Nutzbarkeit und Anbindung an den Datenkatalog.
  • Mehr Flexibilität in der Weiterverwendung: Künftig werden bei Datendownloads auch QGIS-Projekte mitgegeben. Damit lassen sich lokal gespeicherte Daten einfacher im MapBS-Stil darstellen und für spezifische Karten oder Drucklayouts weiterverwenden.
  • Mehr Nutzen für Dritte: Je klarer ein Datensatz beschrieben und dargestellt ist, desto einfacher kann er in Fachanwendungen, GIS-Systemen oder weiteren Auswertungen genutzt werden.

⚠️ Welche Anpassungen sind zu beachten?

Die Standardisierung bringt gewisse fachliche und technische Vorgaben mit sich. Künftig gilt unter anderem:

  • unterschiedliche Datensätze können nicht mehr in derselben Legendengruppe dargestellt werden
  • unterschiedliche Geometrie-Typen können nicht mehr in derselben Legendengruppe dargestellt werden
  • einzeln anschaltbare Ebenen sind nur noch in begründeten Ausnahmefällen vorgesehen
  • QGIS-Projekte und Geopackage werden bevorzugt; andere Formate können die Publikation verzögern

In MapBS werden dafür zukünftig verbesserte Filterfunktionen (MapBS Beta) bereitgestellt werden, damit thematische Kategorien weiterhin gezielt ein- und ausgeblendet werden können.

🔗 Was ändert sich bei den Diensten?

Mit dem Wechsel auf QGIS Server erhalten die migrierten Datensätze neue Dienststrukturen:

  • öffentliche Datensätze bleiben im bekannten WMS-Endpunkt verfügbar https://wms.geo.bs.ch/
  • migrierte öffentliche Datensätze stehen in einem neuen WFS-Endpunkt zur Verfügung https://api.geo.bs.ch/ogc/v1
  • nicht migrierte öffentliche Datensätze bleiben vorerst im bestehenden WFS-Angebot wfs.geo.bs.ch
  • interne und vertrauliche Datensätze erhalten weiterhin separate Endpunkte (siehe separaten Newsbeitrag)
  • Neu steht der STAC Dienst für alle migrierten Datensätze zur Verfügung

Für viele Datensätze bleibt die Nutzung in MapBS weitgehend vertraut. Sichtbare Änderungen entstehen vor allem dort, wo Datenstrukturen angepasst wurden oder bisherige Umsetzungen nicht mehr den neuen Standards entsprechen.

📌 Fazit

Die neue Geodatenpublikation bringt mehr Standardisierung – und damit vor allem mehr Nutzen:
klarere Datenprodukte, weniger technischer Übersetzungsaufwand, bessere Metadatenanbindung und einfachere Weiterverwendung.

Für datenpublizierende Stellen bedeutet das kurzfristig zusätzliche Abstimmung. Langfristig entsteht jedoch eine Geodateninfrastruktur, die robuster, verständlicher und effizienter ist – und damit die Grundlage für eine zeitgemässe, vernetzte Nutzung von Geodaten im Kanton Basel-Stadt stärkt, ganz im Sinne von twinbs, dem Leitbild der kantonalen Geoinformation.

 

Weitere Auskünfte

Geoinformation

Dufourstrasse 40/50
4052 Basel