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Jahresbericht 2025

Rund 25'400 Strafverfahren hat die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt im Jahr 2025 abgeschlossen. Das sind rund elf Prozent weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang bedeutet jedoch keineswegs eine geringere Arbeitsbelastung. Vielmehr zeigt sich eine strukturelle Entwicklung: Während im Massengeschäft weniger Strafbefehle erlassen wurden, nahm die Zahl der umfangreicheren und komplexeren Verfahren mit Anklage vor Gericht um elf Prozent zu.

Die Statistik verdeutlicht damit eine Realität, die viele Strafverfolgungsbehörden derzeit erleben: Verfahren werden zunehmend aufwendiger, komplexer und ressourcenintensiver. Entsprechend gross ist der Einsatz der Mitarbeitenden. Mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt – Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Untersuchungsbeamtinnen und -beamte, Fachpersonen und Mitarbeitende mit Stabs- und administrativen Aufgaben – setzen sich täglich engagiert dafür ein, die Sicherheit im Kanton zu gewährleisten und Straftaten konsequent zu verfolgen. Trotz der hohen Belastung konnten die Pendenzen insgesamt weitgehend stabil gehalten werden, in zwei Abteilungen wurden sie sogar leicht reduziert. 

Ein wichtiges Signal erhielt die Behörde Ende 2024 von der Politik: Der Grosse Rat bewilligte zusätzliche Stellen im Erwachsenenbereich, um der steigenden Arbeitsbelastung entgegenzuwirken. Gleichzeitig bleibt jedoch klar, dass die strukturellen Herausforderungen der Strafverfolgung damit nicht vollständig gelöst sind.

Denn die Entwicklung betrifft nicht nur Basel-Stadt. Strafverfolgungsbehörden in der ganzen Schweiz sehen sich mit einer wachsenden Zahl von Verfahren und zunehmend komplexen Ermittlungen konfrontiert. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Aufgaben durch neue gesetzliche Regelungen und Revisionen, die regelmässig zu Mehrarbeit führen. Polizei und Staatsanwaltschaft können viele der Ursachen – etwa gesellschaftliche Entwicklungen oder neue Kriminalitätsformen – nicht beeinflussen.

Hinzu kommen grosse Reformprojekte, die ebenfalls erhebliche Ressourcen binden. Dazu gehört insbesondere die schweizweite Digitalisierung der Strafjustiz im Rahmen von Justitia 4.0, mit der langfristig die elektronische Aktenführung eingeführt werden soll. Solche Projekte sind für die Zukunft der Strafverfolgung zentral, verursachen kurzfristig jedoch zusätzlichen organisatorischen, personellen und finanziellen Aufwand.

Vor diesem Hintergrund ist bereits absehbar, dass die jüngst bewilligten Personalaufstockungen kaum mit der steigenden Belastung Schritt halten können – ein Problem, das nicht nur Basel-Stadt, sondern die gesamte Schweiz betrifft.

Die Staatsanwaltschaft sieht deshalb in der geplanten Reorganisation der Strafverfolgungsbehörden im Kanton Basel-Stadt (Projekt ReoS) eine grosse Chance. Ziel ist es, Organisation, Ressourcen und Zusammenarbeit innerhalb der Strafverfolgung so weiterzuentwickeln, dass Polizei und Staatsanwaltschaft auch künftig effizient, rechtsstaatlich und mit der nötigen Schlagkraft für die Sicherheit der Bevölkerung arbeiten können.

Trotz der erwähnten strukturellen Überlastung: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den einzelnen Abteilungen der Staatsanwaltschaft haben im 2025 einmal mehr eine hohe Leistung erbracht. Davon zeugen die Einblicke, die die Kriminalpolizei, die Allgemeine Abteilung, die Abteilung Wirtschaftsdelikte, die Strafbefehlsabteilung und die Jugendanwaltschaft in ihren Arbeitsalltag geben. Dort werden auch einzelne Schwerpunktthemen beleuchtet: die Bekämpfung der Digitalen Kriminalität, die Herausforderungen bei der Ermittlung und Untersuchung von Sexualdelikten, der explosionsartige Anstieg von Anzeigen wegen missbräuchlicher Konkurse sowie die Probleme bei der Zuweisung jugendlicher Intensivtäter zu geeigneten Massnahmen. 

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